Mit dem wachsenden Bedarf an Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung wuchs auch die Bedeutung der Lebenshilfe-Werkstätten in der Region 10. Gebraucht wurden ein Therapiebereich mit Sport- und Schwimmhalle sowie zusätzliche Werkstatt- und Büroflächen. Dafür wurde die benachbarte Halle saniert und umgenutzt – ein eingeschossiger Industriebau, dessen mittig unterstützte Holzleimbinderkonstruktion und schlecht belichtete Innenräume ihn zunächst schwer nutzbar machten.
Die bestehenden Holzbinder blieben erhalten. Im zentralen Bereich wurden sie mit einer unterspannten Stahlkonstruktion ergänzt und die Mittelstütze entfernt. Das Dach wurde angehoben und auf ganzer Länge mit senkrechten Oberlichtbändern sowie einer Firstverglasung versehen. So entstand ein großzügiger, lichtdurchfluteter, stützenfreier Raum: das Foyer mit angrenzender Schwimm- und Turnhalle, räumlich nur durch Glasfassaden getrennt, die sich zum Sichtschutz undurchsichtig schalten lassen.
Südlich der Halle entstand ein zweigeschossiger Büroneubau als Gegenüber der bestehenden Werkstatt. Er fungiert als Bindeglied, denn der Hauptzugang zum Foyer führt über seinen Ausstellungsbereich. Sein Rückgrat ist eine durchlaufende Wandscheibe, an die sich die Betonbügel des Skelettbaus anlehnen. Die Stahl-Glas-Fassade liegt im Erdgeschoss bündig zwischen den Betonpfeilern und stülpt sich im Obergeschoss kastenförmig aus – die Einzelraumnutzung im Bürobereich wird dadurch von außen ablesbar.
Materialien und Farben ziehen sich vom Außen- in den Innenbereich und über beide Gebäudeabschnitte hinweg: Stahl, Glas, Eternit, Stein und Holz stellen den Zusammenhang zwischen Alt und Neu her. Mitarbeit: Tobias Brand, Hans Kazzer, Astrid Weisel.








