Das Gebäude am Oberen Graben liegt in direkter Nachbarschaft zum Kreuztor. Zusammen mit der historischen Bausubstanz des Altbaus macht das den Ort zu einem wichtigen Bestandteil der Ingolstädter Baugeschichte – und stellte entsprechend hohe denkmalpflegerische Anforderungen. Aufgabe war es, die Gaststätte und ihr Umfeld zu sanieren und 38 Studentenappartements unterzubringen.
Im Altbau wurde die Gaststätte erneuert; in den beiden Obergeschossen entstanden 14 Studentenzimmer unterschiedlicher Größe, dazu Aufenthaltsräume, eine Gemeinschaftsküche und städtische Räume, die künftig den Zugang zum Kreuztor ermöglichen.
Besondere Rücksicht galt der historischen Stadtmauer, die Teil des Altbaus ist. Damit sie für die Bewohner von innen erlebbar bleibt, wurden die Erschließungsgänge entlang der Mauer platziert – so wird sie in ihrer gesamten Länge sichtbar. Der im Verlauf der Mauer vorhandene Wehrturm wurde integriert und den Studenten als Gemeinschaftsraum zur Verfügung gestellt.
Der nördlich angebaute Neubau enthält weitere 24 Appartements. Er übernimmt Höhe und Dachform des Altbaus, setzt sich aber in Größe und Art der Fenster sowie in der Detailausbildung davon ab. An der Nahtstelle zwischen Alt und Neu liegt die über alle Geschosse führende Treppenanlage.
Die Appartements sind mit rund 14 m² klein, wirken durch die Grundrissorganisation aber hell und geräumig; jedes hat Nasszelle und Küchenzeile. Damit Gastronomie und Wohnen in einem Gebäude funktionieren, wurde auf den Schallschutz besonderer Wert gelegt: schallhemmende Fenster in der Gaststätte, ein Lärmbegrenzer an der Lautsprecheranlage.



