Bussteigüberdachung am Hauptbahnhof Ingolstadt

BDA Preis Bayern 2006 · Kategorie Stadtraum

Der Bahnhofsvorplatz in Ingolstadt war ein Ort, an dem man wartete, ohne gerne zu warten. Aufgabe war es, den gesamten Bereich neu zu ordnen und die Wege zwischen Bus, Taxi und Zug zu überdachen.

Entstanden ist ein modular aufgebautes Schutzdach aus einer Stahl-Holz-Konstruktion, die geometrisch genau auf die Bahnhofsarchitektur und die Lage der Bussteige abgestimmt ist. Dachelemente von etwa acht mal acht Metern ruhen auf sehr schmalen Stahlstützen, in denen unter anderem die Dachentwässerung verläuft. Auf die Stahlrahmen sind Sandwichelemente aufgelegt und mit dem Rahmen zu einer Trageinheit gekoppelt.

Die Mitteldächer werden aus versetzt eingebauten Brettschichtholzträgern gebildet. An der Innenkante läuft ein Rinnenträger mit Gefälle von der Spitze der Raute zum Fußpunkt der nächsten Stütze. Tagsüber fällt Licht durch die transparent eingedeckten Flächen und die rautenförmigen, verglasten Zwickel. Nachts entfaltet die angestrahlte Holzkonstruktion eine bergende Atmosphäre.

Die Geometrie der hyperbolischen Paraboloid-Dachflächen sieht verblüffend einfach aus, aber sie ist ausgeklügelt und in ihrer Wirkung fulminant.

Dr. Ursula Baus, damals Chefredakteurin der db deutsche bauzeitung, in „Bau der Woche“, Oktober 2006