Auf dem Grundstück in der Beckerstraße sollten 33 Appartements für betreutes Wohnen entstehen, dazu eine Erdgeschosszone mit Läden, Café und Büros sowie eine Tiefgarage. Das Projekt geht auf einen Wettbewerbserfolg aus dem Jahr 1990 zurück.
Die zentrumsnahe Lage inmitten der Altstadt kommt den gewerblichen Nutzern im Erdgeschoss ebenso zugute wie den Bewohnern darüber. Durch die Nähe zum alten Krankenhaus mit seinem Altenpflegeheim lässt sich normales, altengerechtes Wohnen bei Bedarf um Service- und Pflegeleistungen ergänzen – ein Verbleib in der Wohnung bleibt auch bei erhöhtem Pflegebedarf möglich.
Auf dem Grundstück musste der vorhandene „Röntgenpavillon“ erhalten werden, ein quadratischer zweigeschossiger Sichtbetonbau. Er ist parallel zum alten Krankenhaus ausgerichtet und steht damit um etwa acht Grad verdreht zum Neubau, der der Beckerstraße folgt. Diese Überlagerung wurde im Treppenhaus und in den Arkaden vor den Geschäften aufgenommen, sodass beide Richtungen auch im Inneren ablesbar bleiben.
Der viergeschossige Hauptbaukörper ist 72 m lang und 11,2 m tief. In den drei Obergeschossen liegen die 33 Appartements in vier Typen mit 42, 54 und 83 m² Wohnfläche. Die Grundrisse sind ineinander verschränkt, die Bäder liegen als quadratische Einheiten am Gang beziehungsweise an der Straßenfassade und gliedern damit beide Seiten. So entstehen in jeder Wohnung geschützte Schlafnischen, die den Raumeindruck vergrößern.
Jeder Wohnung ist eine nach Süden orientierte Loggia zugeordnet. Deren Seitenflächen sind je nach Orientierung grün oder rot abgesetzt – von der Straße aus zeigt die Fassade dadurch je nach Blickrichtung ein anderes Gesicht.
Für die Tiefgarage wurde wegen der beengten Platzverhältnisse ein im Büro entwickeltes Konzept realisiert, das die Platzvorteile bekannter Duplexparksysteme ohne jede Mechanik erreicht – und damit ohne deren Bedienungs-, Wartungs- und Kostennachteile. Die Decke der Tiefgarage ist begrünt und steht den Bewohnern als Gartenfläche zur Verfügung.








